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Der Schalter im Kopf
So richtig begann es erst 1994. Zuvor hatte ich nicht viel mit Sport am Hut. Ein bisschen Radfahren, früher, aber nur, bis ich mit 18 den Führerschein hatte, das war´s.
Dann, 1994, ging es los. ein Bekannter lud mich ein, mal beim Training des Kitzinger Radsportvereins mitzumachen. Von Iphofen nach Birklingen ging die Tour. “Ich war der absolut Letzte am Berg. Ich hab gedacht, irgendwann bist du der Erste, der dort oben steht”, blicke ich zurück. Mein Ehrgeiz wurde angestachelt. Wenig später sah ich eine Liste zur Anmeldung für einen Radmarathon in den Dolomiten. Das ist eine Herausforderung!
Der Wettbewerb in den Dolomiten gehört zu den bekanntesten. 180 km Strecke, sieben Pässe und 4800 Hm werden hier passiert. Leider langte beim ersten mal die Kraft nur für die 95 km Runde. Aber nach und nach steigerte ich mich. 1997 und 1998 fuhr ich dann die große Runde. Der erste wirklich große Highlight war 1998 Trondheim-Oslo. In einer Zeit von 21:03 Stunden habe ich die 560 km NONSTOP absolviert. Sobald du ankommst ist es ein merkwürdiges Gefühl. Du bis müde, total kaputt, das war´s. Erst zwei Tage später kommt es dir, was du da geschafft hast, so beschreibe ich meine Gefühle.
Der Ötztal-Marathon ist für mich “DER KICK”. Das Kühtai und den Brenner rauf und runter, der Jaufenpaß mit 20 km Anstieg, dann noch einmal 29 km hoch zum Timmelsjoch. Auf einer Abfahrt kam ich auf eine Geschwindigkeit von 115 km/h (Kühtai)!! 240 km und 5500 hm gilt es da zu überwinden. Ich habe es geschafft, auch wenn mich das Timmelsjoch drei Stunden lang beschäftigte.
1994, als alles begann, wog ich etwa 25 Kilogramm mehr als heute. Damals fuhr ich gerade mal 2500 km im Jahr. Drei Tage Training, ein Tag Pause, ist mein Rythmus. Und am Wochenende “so viel wie geht”. Im Januar beginnt für mich die Saison die im Oktober endet. Im Winter lasse ich natürlich mein Rad nicht verstauben, da wird halt ganz einfach weniger gefahren, dafür als Abwechslung mehr gelaufen. Macht auch Spass!
Ich bin beileibe kein Einzelgänger wie viele Marathonisten. Das Abschalten genieße ich beim Radfahren. Du bist ein ganz anderer Mensch, dich nervt nichts mehr. Irgendwann wird es zur Sucht!!! Dies habe ich aber mittlerweile ganz gut im Griff. Radfahren ist nicht alles im Leben, aber es macht Spass! Wichtig ist, dass richtige Maß zu finden!!!
Um solche Leistungen zu schaffen, brauchst du eine Portion Ehrgeiz. Du darfst nie an dir zweifeln und du musst eine Kämpfernatur sein.
Der Trick ist auf 1100 km und 48 Stunden nie ans Aufgeben zu denken.
Mein Projekt RACE ACROSS GERMANY:
Der Anstoß für meinen Marathon war Trondheim-Oslo. Dieser war der Startschuß für die eigene Veranstaltung RACE ACROSS GERMANY. Das ist ein Supermarathon für Deutschland. 1100 km NONSTOP in weniger als 48 Stunden. Von Flensburg im Hohen Norden nach Garmisch-Partenkirchen im tiefen Süden.
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